Fortnite kommt auf Linux – doch zuerst muss Epic den Anti-Cheat verbessern
Epic Games plant Fortnite für Linux. Voraussetzung ist Easy Anti-Cheat Linux v2. Was das für Steam Deck, unterstützte Distributionen und den noch offenen Release-Termin bedeutet.

Fortnite kommt endlich auf Linux, doch die Spieler müssen sich noch etwas gedulden. Am 14. Oktober 2026 bestätigte Epic Games offiziell, dass der beliebte Battle-Royale-Titel auch für Linux erscheinen soll. Damit vollzieht das Unternehmen einen wichtigen Kurswechsel, nachdem es die Unterstützung von Linux jahrelang aufgrund von Bedenken hinsichtlich Cheating abgelehnt hatte.
Voraussetzung für den Release ist eine überarbeitete Version von Easy Anti-Cheat (EAC) namens EAC Linux v2. Sie soll unter Linux ein Sicherheitsniveau ermöglichen, das mit Windows vergleichbar ist. Epic arbeitet außerdem mit den Verantwortlichen verschiedener Linux-Distributionen zusammen, um einen zuverlässigen Betrieb auf unterstützten Systemen sicherzustellen.
Einen konkreten Veröffentlichungstermin gibt es noch nicht. Mit einer nativen Linux-Version des Epic Games Launchers hat Epic jedoch bereits den ersten Schritt gemacht.
Warum kommt Fortnite jetzt auf Linux?
Die größte Hürde war bisher immer der Anti-Cheat-Schutz.
Obwohl Easy Anti-Cheat Linux bereits seit Jahren unterstützt, bietet die bisherige Version laut Epic nicht das gleiche Sicherheitsniveau wie unter Windows. Für ein kompetitives Multiplayer-Spiel wie Fortnite ist das ein erhebliches Problem.
Deshalb entwickelt Epic derzeit EAC Linux v2. Die neue Version nutzt integrierte Sicherheitsfunktionen von Linux, anstatt auf einen speziellen Anti-Cheat-Treiber auf Kernel-Ebene angewiesen zu sein.
Der verbesserte Schutz bringt allerdings strengere Systemanforderungen mit sich. Spieler müssen Funktionen wie Secure Boot, TPM 2.0, signierte Kernel und zusätzliche Sicherheitseinstellungen aktivieren.
Epic erkennt bereits die Signaturschlüssel mehrerer großer Linux-Ökosysteme an, darunter Ubuntu, Fedora, Debian und Bazzite. Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass Fortnite auf allen diesen Distributionen problemlos läuft. Besonders bei angepassten Kerneln oder modifizierten Systemkonfigurationen könnte es Einschränkungen geben.
Was bedeutet das für Steam Deck und den Epic Games Launcher?
Leider ist die Unterstützung für das Steam Deck bislang nicht bestätigt.
Laut Epic fehlen SteamOS derzeit einige Sicherheitsfunktionen, die EAC Linux v2 voraussetzt. Das Unternehmen steht deshalb mit Valve im Austausch, um mögliche Lösungen zu finden. Einen konkreten Zeitplan gibt es allerdings noch nicht.
Unterdessen hat Epic eine überarbeitete Preview-Version des Epic Games Launchers vorgestellt. Diese unterstützt Linux nativ und ist mit Ubuntu 22.04 LTS oder neuer, Fedora 43 oder neuer sowie Debian 12 oder neuer kompatibel.
Spieler können über den neuen Launcher bereits auf ihre Epic-Konten und Spielebibliotheken zugreifen. Fortnite selbst lässt sich unter Linux jedoch weiterhin nicht spielen, solange das neue Anti-Cheat-System noch nicht einsatzbereit ist.
Wie geht es jetzt weiter?
Epic plant, EAC Linux v2 zunächst im laufenden Betrieb von Fortnite zu testen. Sobald sich das System als zuverlässig erweist, soll es auch anderen Spieleentwicklern zur Verfügung gestellt werden.
Das könnte weit über Fortnite hinaus Auswirkungen haben. Linux könnte damit zu einer attraktiveren Plattform für kompetitive Multiplayer-Spiele werden, deren Entwickler bisher vor allem wegen Problemen mit Anti-Cheat-Systemen auf eine Linux-Version verzichtet haben.
Wann Fortnite tatsächlich für Linux erscheint und welche Distributionen zum Release vollständig unterstützt werden, hat Epic bislang nicht bekannt gegeben.
Die gute Nachricht: Fortnite auf Linux ist inzwischen mehr als nur eine Möglichkeit. Epic hat seine Pläne offiziell bestätigt und arbeitet bereits an der technischen Grundlage für die Umsetzung.
Kommentar der Redaktion
Es wurde auch Zeit, dass Epic Linux eine echte Chance gibt. Dass es noch keinen Veröffentlichungstermin gibt, ist natürlich enttäuschend, besonders für Steam-Deck-Besitzer. Immerhin tut sich jetzt endlich etwas. Hoffentlich ist Fortnite erst der Anfang und weitere Multiplayer-Spiele ziehen bald nach.


